Maskentanz

Maske Löwin

Maskentanz als Anwendung der Rasseltrance in einem großen Ritual

Traditionelle Maskentänze kennen wir von verschiedensten Völkern Afrikas, Asiens, Polynesiens, Amerikas usw. Sie weisen einen seit Generationen überlieferten Ablauf auf und haben für das jeweilige Volk eine tiefe und ganz spezifische Bedeutung. Dabei kann die Maske einfach daraus bestehen, dass das Gesicht oder der Körper mit Lehm, Ruß oder Farbe bedeckt wird. Andererseits gibt es z.B. aus Holz geschnitzte Masken, die, ebenso wie die dazugehörigen Kostüme, von ganz einfachen bis komplexen Ausführungen reichen und bei den entsprechenden Tänzen immer wieder zum Leben gerufen werden.

Wir, die aus der westlichen Tradition kommen, bleiben Beobachter, sehen solch einen Maskentanz von außen, sind vielleicht irgendwie von dessen Zauber berührt. Das Geheimnis bleibt jedoch verborgen. Es geht um das direkte Erleben, die Verwandlung, das hinüberwechseln Können auf die andere Seite. Nur in diesem Grenzgang erschließt sich der Sinn. Ein traditionelles Ritual zu übernehmen ist nicht möglich - es hätte für uns keine kulturelle Bedeutung, wäre nicht aus unserer Vision gewachsen. Wir müssen Pionierarbeit leisten und aus der direkten Vision, der Begegnung mit der Anderen Wirklichkeit, den Inhalt und das Wesen des Rituals sozusagen schöpfen. Dazu ist die Rasseltrance mit den Körperhaltungen, die uns die jeweils wichtigen Erlebnisräume erschließen, das ideale Instrument. Schrittweise tauchen wir während der Woche immer tiefer in das visionäre Erleben ein und heben gemeinsam und jede/r für sich Botschaften aus dem riesigen Pool der Anderen Wirklichkeit in die Alltagswirklichkeit herüber. Wir erleben die Tiergeister, die sich in der Maske verkörpern wollen, und die Geschichte, den Inhalt des gemeinsamen Tanzes. Die tägliche Trance und die rein handwerkliche Tätigkeit des Masken- und Kostümbaues führen uns immer tiefer in den Prozess des Schöpfens und Integrierens hinein. Der Höhepunkt am Ende der Woche ist der Tanz, das Drama - absolut neu und einzigartig. Aufgeführt ohne Zuschauer, ein einziges Mal, um gleich wieder wie ein Sandbild zu verwehen.

Ablauf

Zu Beginn steht die Reise in die Unterwelt, bei der wir dem Tiergeist begegnen, der sich in der Maske verkörpern will. Mit den ersten Erlebnissen stehen wir dann vor dem rohen Tonklumpen - oft mit der Einstellung “ich bin kein Künstler, das kann ich nicht” - und merken, wie unsere Hände, gleichsam noch in Trance, sich mit dem Ton anfreunden, ihn zu formen beginnen. Vielleicht ist es erst ein Versuch und wird wieder verändert. Die nächsten Trancen führen uns weiter, der Ton bekommt seine endgültige Gestalt und wird dann mit Papiermaschee überdeckt. Die zweite wichtige Trancehaltung neben den anderen, die wir im Lauf der Woche machen, ist der “Wahrsager von Tennessee”, der uns Auskunft über Inhalt und Ablauf des Tanzes gibt. Die Erlebnisse der einzelnen TeilnehmerInnen fügen sich wie ein Puzzle zu einem großen Ganzen zusammen. Requisiten müssen gebastelt werden, die Plätze im Freien werden erkundet, die Szenen durchgespielt, einfache Kostüme angefertigt. Daneben wird bereits, gleichsam wie bei einer Geburt, die eigentliche Maske vom Ton gehoben. Sie wird versäubert, bemalt, ausgeschmückt und fertig gestellt. Mit Staunen und Ehrfurcht stehen wir schließlich vor den Tiermasken und erahnen ihre Kraft. Das erste Mal diese Maske bewusst aufzusetzen, sich in das Wesen zu verwandeln, sich von dessen Kraft und Weisheit erfüllen zu lassen und sich so dieser Welt, den anderen zu zeigen, ist praktisch eine Initiation.

Frühmorgens des letzten Tages versammeln sich alle TeilnehmerInnen schon im Kostüm in dem Raum, wo die Masken warten. Die Wesen werden eingeladen, die Mehlgabe gestreut und die Masken aufgesetzt ... verwandelt, als Verkörperung des Tiergeistes, geht der Weg nach draußen, dem Ruf der Rassel und Trommel folgend ... und die Zaubergeschichte entfaltet sich. Es ist ein Tanz, eine Bewegung zwischen den Welten, die das Muster, nach dem das Netz der Wirklichkeiten gewebt wird, neu ordnet und stärkt. Ein Tanz, der unsere persönlichen Muster neu webt, neue Zugänge entdecken lässt und Mut zur effektiven Neugestaltung macht.

 

“Die wohl wichtigste Einsicht, die wir aus den Maskentänzen gewonnen haben, ist die, dass die Haltungen hier einem bestimmten Zweck dienlich gemacht werden können, als hätten wir sie entdecken dürfen, damit wir eine neue Art des Frohseins kennen lernten, das Feiern in der Ekstase, etwas, was in unserer eigenen Kultur völlig verloren gegangen ist.”
(Goodman, Felicitas D. 1989: Wo die Geister auf den Winden reiten:182)


Maskentanz 2020
 

Wann und Wo

Details werden noch bekannt gegeben...

 

Voraussetzung

Erfahrung mit Trancehaltungen.

 

Anmeldung und Information

Susanne.jarausch@gmx.at
Tel.: 0676/3704360